Paradigmenwechsel

In mehr als fünfzig Jahren ist es der Zahnmedizin, bei CMD / MAP nicht gelungen, Konzepte zu entwickeln, die Evidenz-basiert (beweisgestützt) ihre Brauchbarkeit bestätigen konnten. Die Evidenz ist zu dürftig, um in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen zu werden. Sie sucht nach mechanischen, okklusionsbezogenen Lösungen ohne den kompletten Menschen in seinen biologischen Entwicklungszusammenhängen zu betrachten.

Prof. Dr. Paul Watzlawick – Wenn die Lösung das Problem ist – YouTube (sehr amüsant und unterhaltsam.). Nennt dies „Lösungsversuche erster Ordnung“.
Dabei werden die Grundannahmen nicht in Frage gestellt (mechanisch, um im Bild zu bleiben) und es wird geglaubt, man muss nur die diagnostischen Hilfsmittel verfeinern, um zum Ziel zu kommen. Bei CMD / MAP kann man das Beharren auf das Verbessern der Mechanik (Okklusion / Kiefergelenk) als „selbst immunisierende Annahme“ bezeichnen, oder anders gesagt als „Lösungsversuche mit einer Einschränkung, damit die Problemstellung nicht überwindbar ist.“

Was man aber braucht sind „Lösungen zweiter Ordnung“ also solche, die die Vorannahmen der ersten in Frage stellen und überwinden.

Das erfordert einen intellektuellen Purzelbaum (Paradigmenwechsel) und die Exponenten der Mehrheitsmeinung der Zahnmedizin sind dazu nicht bereit oder in der Lage.

Im Sinne von Wilhelm Roux (Begründer der funktionellen Orthopädie) hat Prof. Fränkel als Entwicklungsbiologe und Kieferorthopäde diesen nötigen Purzelbaum geschlagen und in seiner Forschungsarbeit deutlich gemacht, dass man den kompletten Menschen in biologischen Entwicklungszusammenhängen betrachten muss und nicht nur den Kauapparat. Menschliche Entwicklung beginnt pränatal. Bleiben notwendige Wachstumsbewegungen aus, hat das Auswirkungen auf die Entwicklung. Es sind muskuläre Induktionen (Tonische Muster) die, entwickeln sie sich regelgerecht, im zeiträumlichen Wachstumsgeschehen einen gesunden Menschen hervorbringen. Die Medizin braucht eine genaue Kenntnis biologischer Entwicklungsschritte um diagnostisch und methodisch regelgerechtes Wachstum unterstützen, also um heilen zu können. Dieses Wissen ist vorhanden (Entwicklungsbiologie) und man muss es nur nutzen.

In dieser Tradition steht die kausale CMD / MAP-Therapie mit dem „Relaktor“ und sie ist eine Lösung „zweiter Ordnung“, die die Vorannahmen des ersten Lösungsversuchs in Frage stellt und überwindet.

Das Menschenbild der Zahnmedizin verschließt den Blick auf die Grundproblematik humaner Entwicklung, im Kontext zivilisatorischer Einflüsse. Kinder mit regelgerechten Atem-und Oralen Funktionsräumen sind inzwischen die Ausnahme. Den Focus auf die Zähne zu richten geht am Problem vorbei. Sie sind lediglich sichtbarer Ausdruck von Einschränkungen (Fehlentwicklungen) die den ganzen Körper betreffen. Ohne Paradigmenwechsel werden weiterhin Menschen mit großen Einschränkungen produziert die unnötig die Praxen von HNO-Ärzten / Kinder-Ärzten / Orthopäden / Manual-Therapeuten jeglicher Couleur usw. füllen. Das Tragische daran ist, sind Entwicklungsstörungen manifestiert (das Wachstum abgeschlossen), kann man diese Menschen nicht mehr heilen. Die Medizin kann dann bestenfalls nur noch lindern. Aber auch dafür (Kompensatorische Behandlung) ist ein Paradigmenwechsel notwendig damit wenigstens eine Linderung gelingen kann (CMD / MAP-Problematik).

Das Beharrungsvermögen der Zahnmedizin sich den Erkenntnissen der Biologen zu verschließen und sich die Welt über die Okklusion zu erklären ist beträchtlich. Seine Kritik daran hat Prof. Fränkel bereits vor über 60 Jahren sehr schön formuliert.

„Die Zahnmedizin ist im mechanischen Denken gefangen“.

Daran hat sich bis heute nichts geändert.