Der Relaktor in der myofunktionellen Therapie

Der Relaktor als myofunktioneller Trainer unterstützt den geschulten Logopäden.

Wird die Therapie von einer selbsttätigen Apparatur unterstützt, wird die Sinnhaftigkeit einer myofunktionellen Therapie sichtbar und der Wissenschaftsbetrieb könnte sich dem nicht weiter verschließen. Siehe Stellungnahme der DGKFO.

Achtung: Nicht jeder Logopäde ist myofunktionell geschult.

In der Zahnmedizin wird gelehrt Schlucken findet in der maximalen Interkuspidation statt.

Okklusion (Zahnmedizin) – Wikipedia
(in diesem Link wird verständlich erklärt was unter maximaler Interkuspidation, habitueller Bisslage und Zentrik zu verstehen ist.)

In der Ruhelage (die Zähne berühren sich nicht der Abstand ist minimal) befindet sich der Unterkiefer bei gesunden in einer physiologischen Zentrik (Myozentrik), die sich deutlich von der habituellen Bisslage unterscheiden kann.
Eine zentrische Differenz besteht praktisch immer auch bei gesunden und wird neuromuskulär kompensiert.
Bei MAP Patienten ist diese Kompensationsfähigkeit verlorengegangen.
Es ist grob falsch physiologisch richtiges Schlucken im Zusammenhang mit einer maximalen Interkuspidation zu beschreiben.
Man würde damit CMD / MAP-Probleme erzeugen.
Richtig ist, minimaler Zahnkontakt (erster Frühkontakt) beim Schlucken ist erlaubt wenn man das als Orientierung braucht aber nicht unbedingt nötig.

Die Zunge ist der Schlüssel – mit ihr wird die Ruhelage abgestützt und gesteuert. Nur sie ist in der Lage den sehr wichtigen minimalen Abstand der Zähne zu steuern. Die Gesichtsmuskulatur kann das nicht.

Im funktionsgestörten Gebiss (CMD / MAP-Patient) muss das unbedingt beachtet werden. Leider wird das auch in den Fachbüchern von Anita Kittel
Myofunktionelle Therapie von Anita Kittel | ISBN 978-3-8248-0400-9
falsch beschrieben.
MF-Therapie bei CMD / MAP-Patienten ist zum Scheitern verurteilt wenn man ihnen Schlucken in der maximalen Interkuspitation anerzieht.

Frau Codoni, Frau Fuhlbrück und weitere kompetente MF-Therapeuten, die ich befragt habe sehen das auch so.

Häufig werden Fragen über myofunktionelle Zusammenhänge gestellt, aus diesem Grund habe ich eine Logopädin gebeten einen Text dazu zu schreiben.
Frau Tina Hübner, Michelfeld
www.logopaedie-tina-huebner.de

Zungenruhelage und Logopädie

Warum Zungenruhelage und Mundschluss so wichtig sind:

  • Die Atmung erfolgt normalerweise durch die Nase (sie erwärmt, säubert und befeuchtet die Luft).
  • Durch vergrößerte Mandeln/ ständige Erkältungen/ eine schiefe Nasenscheidewand kann es zur ständigen Mundatmung kommen.
  • Vermehrter Speichelfluss kann dadurch auftreten.
  • Aufgrund des fehlenden Mundschlusses können Lippen und Wangen nicht ihre optimale Muskelkraft ausbilden.
  • Die Zunge liegt während der Mundatmung nicht in der Ruhelagestellung (normalerweise flächig am Gaumengewölbe) sondern am Mundboden.
  • Sie kann somit nicht ihre optimale Kraft entwickeln um das Gaumenwachstum (bei Kindern) positiv zu beeinflussen.
  • Es kann zu einem falschen Schluckmuster kommen (die Zunge drückt dabei gegen die Zähne und den Zahnbogen).
  • Muskelgruppen, die eigentlich andere Aufgaben erfüllen, müssen dadurch unnötig mithelfen den Schluckvorgang einzuleiten.
    Dies führt evtl. zu Spannungen/ Schmerzen im Gesichtsbreich oder Kiefergelenk-schmerzen.
  • Da wir ca. 2000 mal pro Tag schlucken, sind das 2000 Stöße gegen die Zähne mit einer Kraft von teilw. mehreren Tonnen.
    Somit kann es leichter zu Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien kommen.
  • Man spricht dann auch von einer orofacialen Dysfunktion (Dysbalance der Gesichtsmuskulatur) oder Myofunktionellen Störung (Störung des muskulären Gleichgewichts im Mundbereich).
  • Im Wachstum erworbene Fehlmuster sollten schon im Kindesalter behoben werden, damit sich diese nicht verfestigen. Aber auch im Erwachsenenalter können Fehlfunktionen durch gute Mitarbeit und Veränderung von Verhaltensmustern verbessert werden.

Moderne MFT denkt in orthopädischen Zusammenhängen und betrachtet den ganzen Körper.
Frau Sabine Codoni und die von ihr entwickelte
Körperorientierte Sprachtherapie k-o-s-t® nach S. Codoni – S steht dafür exemplarisch. MF-Therapeuten die in diese Richtung denken und sich zutrauen Erwachsene Patienten zu behandeln dürfen sich hier verlinken lassen. Wir haben Patienten aus ganz Deutschland die Probleme haben geeignete Therapeuten zu finden.

Zahnärztliche Mitteilungen vom 01.04.2015 Nr.7
Titelbeitrag: Logopädie in der Praxis
Hier ist sehr gut beschrieben wie idealerweise eine MF-Therapie gemacht wird, und was damit erreicht werden kann mit anschaulichen Bildern. Wer in diesem Artikel Anregungen findet, die er bei seinem Therapeuten vermisst, soll er das ansprechen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Therapeuten das dankbar annehmen.
http://www.passon-kolb.de/img/dokumente/Myofunktionstherapie2.pdf


Eine Fundgrube an Informationen über myofunktionelle Therapie, sehr gute Therapeuten:

Frau Ulrike Mielke, Schwäbisch Hall
http://logopaedie-latzel.de/

Frau Sabine Fuhlbrück, Leipzig
http://www.mft-leipzig.de/

Frau Sabine Codoni, Basel
http://www.scodoni.ch/spip/

Frau Ruth Bernard-Leick, Trier
http://www.logoteam-trier.de/

Im Wachstum erworbene Fehlmuster sollten schon im Kindesalter behoben werden, damit sich diese nicht verfestigen. Aber auch im Erwachsenenalter können Fehlfunktionen durch gute Mitarbeit und Veränderung von Verhaltensmustern verbessert werden.
Frau Tina Hübner, Michelfeld