Der Relaktor in der KFO

Dem liegen langjährige Erfahrungen mit klassischen Fränkel-Geräten zu Grunde


Vorgeschichte:

Der Vorläufer war ein verbessertes Klasse III Gerät. Dieses Gerät ist an etwa 200 Patienten klinisch erprobt (nur leider nicht dokumentiert) schon dieses Gerät ist der klassischen Konstruktion Haushoch überlegen. (Pdf)

Der Relaktor in der KFO

Funktion:
Übungs- und Trainingsgerät um bestehende funktionelle Aberrationen zu eliminieren und so ihre biomechanische Fehlinduktion auf die skelettale und dentale Entwicklung permanent auszuschalten.

„richtiges Erziehen“

Diesen Anspruch erfüllt der Relaktor in herausragender Weise. Er ist ein orthopädisches Gymnastikgerät und myofunktioneller Trainer. Der Relaktor wird in der Habituellen ohne Konstruktionsbiss hergestellt. Wachstumsimpulse in homöopathischen Dosierungen sind ausreichend, das betrifft die Abstände der Lippenpelotten und der Wangenschilde. Ein Zuviel schränkt die Wirksamkeit ein. Die Wangenbändchen müssen in der Konstruktion berücksichtigt werden, nur dann kann das Gerät die hohen Erwartungen auch erfüllen. Der Unterkiefer muss gleiten können, analog der Entwicklung des neugeborenen Rückbisses hin zur Kopfbiss-Tendenz im eugnathen reifen Milchgebiss. Da werden Hindernisse auch abrasiv beseitigt. Meistens ist dies durch einschleifen von Milchzähnen zu leisten nur selten ist eine Vorbehandlung nötig.

Das Genom stellt Wachstumspotentiale zur Verfügung, wie weit diese ausgeschöpft werden und sich regelgerecht-räumlich ausdifferenzieren ist Aufgabe der Gesichtsmuskulatur. Sie ist Teil des genetischen Programms.

Man kann jeder Dysgnathie tonische Muster zuordnen, die ursächlich dafür sind.
Das Hauptproblem, heutzutage ist die Gesichtsmuskulatur bei Kindern nicht ausreichend tonisch.
Der Unterkiefer bleibt bereits am kleinsten Milchzahnhöcker hängen, statt Hindernisse weg zu bruxieren. Dadurch entwickeln sich Kreuzbisse und die Überführung des Neugeborenen Rückbisses in den Neutralbiss bleibt aus.

Ist der Schluckreflex regelgerecht und das Kind ausreichend tonisch, entwickelt sich keine Dysgnathie. Der Oberkiefer braucht nicht nur die Zunge um sich zu entwickeln, die Zähne brauchen auch die Kraftinduktion der Zunge um nicht vorzuwandern (lee way space). Diagnostisch ist die Sechser-Relation (Angel Klassen) völlig unbrauchbar.

Regelgerecht, rotiert der Unterkiefer beim Ausklingen des Schluckvorgangs nach vorne. Dafür muss der Druckpunkt der Zunge beim Einleiten des Schluckvorgangs im ersten Drittel (von der Zungenspitze betrachtet) liegen. Die Zungenspitze liegt dabei entspannt etwa 5mm vor der OK-Front am Gaumen. Das sind erlernte Muster, rein reflektorisch ist daran das verschließen der Ventile (Atemwege) und der peristaltische Transport der Nahrung in den Magen. Dann endet der Schluckvorgang in einer Vorwärtsrotation.

Das ist die Induktion die der Unterkiefer braucht um der Entwicklung des Oberkiefers zu folgen. Klassische FKO-Geräte unterstützen das nicht ansatzweise und sind aus orthopädischer Sicht  katastrophal.

Eine KFO die Frühbehandlung konsequent in diesen Zusammenhängen begreift und danach handelt macht auch in der Erwachsenen Behandlung keine derartig großen Fehler, wie sie bisher eher die Regel als die Ausnahme sind.
Man kann anhand der Gebiss-Entwicklung mit nahezu 100% Trefferquote die Myofunktionellen Mängel bestimmen. Die unbedingt abgestellt werden sollten um erfolgreich, also ohne Rezidive und Begleiterscheinungen wie MAP / CMD zu behandeln. Dann sind auch Retainer überflüssig. Geklebte Retainer produzieren neue Zungen-Habits und „Zementieren“ unnötig den schlechten Ruf der KFO.

Der Relaktor wird idealerweise im Alter von 7 bis 8 Jahren sechs Monate bis Maximal einem Jahr getragen, eine begleitende qualifizierte myofunktionelle Therapie ist dabei notwendig um das Kind zu unterstützen. Es genügt nicht den Patienten zu überweisen, man muss kontrollieren ob der Therapeut den Anforderungen genügt. Das Wissen dazu muss vom Therapeuten in vielen Fortbildungen erworben werden (das ist leider so, auch da muss man erst mal draufkommen-ich habe Jahre dafür gebraucht). Bei Klasse III oder Klasse II Tendenzen. Es wird nur ein Gerätetyp benötigt, da die Wachstumsrichtung über die Abstände der OK-Pelotten gesteuert wird. Die Skelettale und Dentale Entwicklung der Patienten wird dadurch in ihrem Verlauf verbessert, nicht durch mechanische Wirkungen des Geräts, die bei dieser Konstruktion und Anwendung auch nicht vorhanden sind, sondern indirekt durch die orthopädisch günstig beeinflusste Muskulatur. Im Idealfall ist eine spätere Multibandbehandlung überflüssig, aber auf jeden Fall einfacher zu realisieren.

Bei kombiniert chirurgischen Behandlungen ist der Relaktor ideal um die Weichteile an die neuen Strukturen anzupassen. Grundsätzlich bei spät begonnener KFO ist es ratsam das Ergebnis auch muskulär anzupassen.

Dieses Behandlungskonzept ist effizient und wünschenswert, denn die orthopädischen Wirkungen sind nicht nur auf den Kauapparat begrenzt, sondern betreffen die Mobilität und Statik des ganzen Körpers. Bei diesem systemisch logischen Konzept wird die enorme Wirksamkeit einer rein orthopädischen, an den Ursachen orientierten Behandlungsweise sichtbar und somit selbst für mechanisch denkende Kieferorthopäden verständlich.

Das Postulat von Melvin L. Moss

Die funktionelle Orthopädie hat ihr Ziel im orofazialen Bereich nicht erreicht und ist dringend gefordert die Therapielücken auszufüllen und nach Wegen zu suchen, um die gnathischen Fehlentwicklungen orthopädisch zu beeinflussen.

Wäre erfüllt.

Das Problem bei Fuktionsreglern wie man sie kennt ist, Herr Fränkel war zu alt um die Weiterentwicklung und klinische Anwendung lange genug zu begleiten. Die heute verwendeten Gerätekonstruktionen sind in allen Punkten mangelhaft und in ihrer klinischen Anwendung ist der orthopädische Kerngedanke leider verlorengegangen.
Die klassische Gerätekonstruktion hatte in der Zeit ihrer Entwicklung durchaus eine Berechtigung. Herr Fränkel war gezwungen auch orthodontische, die Primärfunktion einschränkende Funktionen einzubeziehen, denn es gab noch kein Multiband. Aber warum diese Gerätekonstruktion, die den damaligen Umständen geschuldet war heute noch verwendet wird ist mir unverständlich. (Im Artikel Funktionelle Störungen finden sie mehr darüber)

Die KFO ist dem Ziel die skelettale Entwicklung orthopädisch zu beeinflussen nicht näher gekommen, sondern hat es völlig aus den Augen verloren.

Rückmeldungen von Kieferorthopäden die die vorgeschlagenen Modifikationen umsetzen oder damit experimentieren sind erwünscht.
Einen schön dokumentierten Fall würde ich gerne einstellen.
Der Sinn dieser Veröffentlichung ist, die Fehlentwicklungen bei der Herstellung und Handhabung bei Funktionsreglern zu korrigieren und eine Diskussion anzustoßen. Erfahrungsberichte wären dafür hilfreich.