CMD / MAP bei Kindern und Jugendlichen

Wenn Kinder eine sichtbar inkompetente Gesichtsmimik zeigen, die permanent in Bewegung ist und eine Orientierung sucht. Sie antriebslos und oft müde sind, sind das Anzeichen für eine sich entwickelnde MAP.

Funktionsregler, richtig gemacht, sind ideal um Kinder kausal davon zu befreien. Therapeutische Unterstützung (MF-Therapeut) ist dabei notwendig.

Leider ist die klassische Gerätekonstruktion Mangelhaft und es werden große Fehler bei der Herstellung und Handhabung gemacht. Schaut man sich die im Internet verfügbaren Bilder an, findet man überwiegend stark limitierende Geräte, die man keinem Kind zumuten sollte. Das fokussieren auf orthodontische Steuerungsfunktionen macht sie als Gymnastikgerät weitgehend unbrauchbar.

Der Relaktor ist bei CMD / MAP-Problemen, durch seine Konstruktion als reines Gymnastikgerät ideal geeignet. Er wirkt entspannend, unterstützt selbsttätig die MF-Therapie und wird als angenehm empfunden.

Das Gerät  ist im Wachstum um ein vielfaches wirksamer als bei Erwachsenen. Seine harmonisierenden Wirkungen auf die Gesichtsmuskulatur lenken die Gebiss-Entwicklung in regelgerechte Bahnen. Da kann man nicht von minimalinvasiv sprechen, der Kauapparat wird sich deutlich (positiv) verändern.

„Nur wer Funktionsregler als orthopädisch wirkendes Gymnastikgerät handhabt und versteht, wird damit Erfolg haben.“ (Prof. Rolf Fränkel)

Das betrifft alle Hilfsmittel die während dem Wachstum verwendet werden. Sie sollten nur temporär, also möglichst kurz angewendet werden.
Selbst das beste Gymnastik Gerät ist eine Störung natürlicher Wachstumsprozesse.

Geräte mit orthodontischen Steuerungsfunktionen belasten Kinder, die unter psychischen,- neuronalen und physischen Stresszuständen leiden.


Entwicklungsstörungen sind primär muskulär verursacht, belastend für Kinder und nicht nur am Kauapparat sichtbar.

Wachstumsbestimmende tonische Muster sind erworbene, unbewusst ablaufende muskuläre Bewegungsabläufe der Gesichtsmuskulatur.
Dysgnathien entstehen wenn in der frühkindlichen Entwicklung – durch was auch immer, nennen wir es Störungen – natürliche Bewegungsabläufe der Gesichtsmuskulatur nicht regelgerecht entwickelt (erlernt) wurden.

Prof. Fränkel suchte nach orthopädischen Wegen, Störungen tonischer Muster zu korrigieren, um damit natürliches funktionsgerechtes Wachstum zu unterstützen.
Die Mundvorhofplatte war so ein Hilfsmittel, um dem Kind zu helfen, eine kompetente Nasenatmung zu erlernen. Leider war dieses Hilfsmittel wenig erfolgreich.
Trotzdem war die Mundvorhofplatte für Prof. Fränkel Ausgangspunkt seiner Überlegungen, mit Geräten das Erlernen regelgerechter tonischer Muster zu unterstützen.

Lernprozesse sind nicht erfolgreich, wenn sie nur passiv durch Hilfsmittel die überwiegend nachts getragen werden, unterstützt werden.

Prof. Fränkel war der Wegbereiter einer funktionellen Orthopädie.
Er hat Wachstum in Funktionszusammenhängen begriffen und beschrieben.
Es sind über 100 Muskeln, die im Gesichtsbereich korrespondieren und von verschiedenen Zentren im Gehirn gesteuert werden.
Nur in funktionellen Zusammenhängen ist es erfolgreich und reproduzierbar möglich, ein verbessertes Zusammenspiel tonischer Muster zu erlernen / automatisieren.

Lernen funktioniert weitgehend tagsüber, und nur wenn das Hilfsmittel sprechen ermöglicht, wird das Lernziel in kompletten Funktionsabläufen dynamisch unterstützt und erfolgreich automatisiert.

Lernen ist auch eine intellektuelle Leistung, die erbracht werden muss.
Der MF-Therapeut muss dem Kind verständlich machen, dass seine Mitarbeit notwendig ist. Das Kind sollte die Lernziele geistig begreifen, um die schwierige Aufgabe – das „umprogrammieren“ fehlerhafter tonischer Muster – zu unterstützen.

Jedes kieferorthopädische Hilfsmittel kann nach diesen Kriterien auf seine Nützlichkeit  bewertet werden. In der Qualität des Hilfsmittels zeigt sich, ob dadurch regelgerechte Funktionsabläufe unterstützt oder behindert werden.
Alles, was sich im Mundinnenraum befindet, ist sehr kritisch zu bewerten.
Ein Störfaktor der Zunge ist der Grund, dass Prof. Fränkel die Geräteentwicklung in den Mundvorhof verlegt hat.

Es wird aber auch deutlich, dass Funktionsregler die als störend empfunden werden nicht funktionieren können.

Das ist meine Leistung einen Funktionsregler „Relaktor“ entwickelt zu haben, der als angenehmes Gymnastikgerät empfunden wird.
Das Gerät ist ein, auf seine orthopädische Primärfunktion reduzierter, Funktionsregler.

Prof. Fränkel war ein genialer Wissenschaftler und Visionär (seine bahnbrechenden Gedanken wurden 1967 formuliert), aber nicht der beste Techniker.
Die klinische Umsetzung hat er vermasselt.
Es ist ihm nicht gelungen ein Gerät zu entwickeln, das den orthopädischen Kerngedanken adäquat umsetzt und zweifelsfrei orthopädisch verstanden wird.
Die Kieferorthopädie hat seine Gerätekonstruktionen (Funktionsregler), die überladen mit orthodontischen (mechanischen) Funktionen sind, deshalb mechanisch verstanden und genutzt.
Das orthopädische daran ist in den Köpfen verlorengegangen.
Deshalb waren die Ergebnisse, die Prof. Fränkel dokumentiert hat, mit diesem Verständnis nicht reproduzierbar.
Das hat sogar dazu geführt, dass unterstellt wird, seine Studien seien gefälscht.
Es sind tragische Missverständnisse warum sich dieses wunderbare, systemisch logische Konzept nicht durchgesetzt hat.

Seine Theorien werden in vielen Medizinbereichen (Zell-Biologen / Epigenetiker / Teilen der Chirurgie und selbst pränatal wird von notwendigen Wachstumsbewegungen gesprochen) bestätigt. Nur die Zahn- und HNO Medizin hält beharrlich an überkommenen Meinungen fest – und glaubt an das Märchen – die Steuerung von Wachstum und Entwicklung ist überwiegend Genom bestimmt, und die Muskulatur sei zu vernachlässigen.
Es ist ja auch überaus praktisch, den lieben Gott für seine Fehler verantwortlich zu machen.

Zur Abgrenzung vom allgemeineren Konzept der Genregulation sind heutige Definitionen spezieller.

„Der Begriff Epigenetik definiert alle Veränderungen in der Genexpression, die nicht in der DNA-Sequenz selbst codiert sind.“

Das ist gemeint wenn Prof. Fränkel wachstumsbestimmende, tonische Muster als epigenetischen Faktor beschreibt. Das erklärt Familienähnlichkeiten, die eben nicht Gott gegeben sind. Denn auf Faktoren die nicht in der DNA-Sequenz codiert sind, kann man Einfluss nehmen.

Das ist das Intellektuelle Fundament „Funktioneller Orthopädie“


„Muskulatur und Nervensystem sind untrennbare Bestandteile eines funktionellen Systems, das ohne Berücksichtigung der Psyche, unverständlich bleibt.
Wobei der Muskulatur als dynamischer Gestaltungsfaktor, die größte Bedeutung zukommt.
Nur bei störungsfreier Entwicklung kann die Muskulatur ihren genetischen Gestaltungsauftrag befriedigend erfüllen.“ (Prof. Rolf Fränkel)

Das Genom stellt Wachstumspotentiale zur Verfügung, wie weit diese ausgeschöpft werden und sich regelgerecht-räumlich ausdifferenzieren ist Aufgabe der Gesichtsmuskulatur. Sie ist Teil des genetischen Programms.

Man kann jeder Dysgnathie tonische Muster zuordnen, die ursächlich dafür sind.
Das Hauptproblem, heutzutage ist die Gesichtsmuskulatur bei Kindern nicht ausreichend tonisch. Der Unterkiefer bleibt bereits am kleinsten Milchzahnhöcker hängen, statt Hindernisse weg zu bruxieren. Dadurch entwickeln sich Kreuzbisse und die Überführung des Neugeborenen Rückbisses in den Neutralbiss bleibt aus.

Ist der Schluckreflex regelgerecht und das Kind ausreichend tonisch, entwickelt sich keine Dysgnathie. Der Oberkiefer braucht nicht nur die Zunge um sich zu entwickeln, die Zähne brauchen auch die Kraftinduktion der Zunge um nicht vorzuwandern (lee way space). Diagnostisch ist die Sechser-Relation (Angel Klassen) völlig unbrauchbar.

Regelgerecht, rotiert der Unterkiefer beim Ausklingen des Schluckvorgangs nach vorne. Dafür muss der Druckpunkt der Zunge beim Einleiten des Schluckvorgangs im ersten Drittel (von der Zungenspitze betrachtet) liegen. Die Zungenspitze liegt dabei entspannt etwa 5mm vor der OK-Front am Gaumen. Das sind erlernte Muster, rein reflektorisch ist daran das verschließen der Ventile (Atemwege) und der peristaltische Transport der Nahrung in den Magen. Dann endet der Schluckvorgang in einer Vorwärtsrotation.

Das ist die Induktion die der Unterkiefer braucht um der Entwicklung des Oberkiefers zu folgen. Klassische FKO-Geräte unterstützen das nicht ansatzweise und sind aus orthopädischer Sicht  katastrophal.

Eine KFO die Frühbehandlung konsequent in diesen Zusammenhängen begreift und danach handelt macht auch in der Erwachsenen Behandlung keine derartig großen Fehler, wie sie bisher eher die Regel als die Ausnahme sind.
Man kann anhand der Gebiss-Entwicklung mit nahezu 100% Trefferquote die vorhandenen  myofunktionellen Mängel bestimmen. Die unbedingt abgestellt werden sollten um erfolgreich, also ohne Rezidive und Begleiterscheinungen wie MAP / CMD zu behandeln. Dann sind auch Retainer überflüssig. Geklebte Retainer produzieren neue Zungen-Habits und „Zementieren“ unnötig den schlechten Ruf der KFO.

Bei Störungen sollte man in diesen Zusammenhängen denken, die auch erklären wie vielfältig die Probleme bei Entwicklungsstörungen sein können.